Grenzüberschreitend Deutschland - Österreich

Naturpark Nagelfluhkette

Seit 1. Januar 2008 ist er Realität – der erste grenzüberschreitende Naturpark zwischen Deutschland und Österreich. Der 405 Quadratkilometer große Naturpark Nagelfluhkette vereint 15 Gemeinden im südlichen Allgäu und im Vorderen Bregenzerwald. Dominiert wird das international anerkannte Schutzgebiet von der 24 Kilometer langen Nagelfluhkette, die vom Mittag bei Immenstadt bis zum Hochhäderich bei Hittisau reicht und im 1.834 Meter hohen Hochgrat den markantesten Gipfel aufweist.

 

Im Naturpark wechseln sich Flüsse und Seen, Schluchten und Wälder, Moore und Feuchtwiesen, Alpflächen und alpine Rasen kleinräumig ab – und machen ihn so zu einem der so genannten Hot Spots der Artenvielfalt im Alpenraum. Hier kreist der Steinadler noch am Himmel. Im Spätherbst und Frühjahr balzen die Birkhähne und im Sommer flattert der seltene Apollofalter über die Bergwiesen. Im Park blühen neben zahlreichen Enzian- und Orchideenarten auch echte Raritäten wie die Stein-Nelke oder der Allgäu-Frauenmantel.

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Verantwortungsvoll im Naturpark unterwegs

 

Das Gebiet des Naturparks Nagelfluhkette ist etwas ganz Besonderes. Es zeichnet sich durch zahlreiche Pflanzen, Tiere und Lebensräume aus, die in weiten Teilen Mitteleuropas selten geworden sind. Jeder Land- und Forstwirt, aber auch jeder Besucher des Parks, sollte sich deshalb bewusst sein, dass er für die Bewahrung der großen Artenvielfalt und für den Erhalt der einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft mitverantwortlich ist. Im Naturpark helfen zwei aufeinander abgestimmte Besucherlenkungsinitiativen dabei, ein besseres Miteinander von Mensch und Natur zu ermöglichen. (Quelle: Naturpark Nagelfluhkette)

Kultur und Tradition

 

Rings um die Nagelfluhkette präsentieren sich die Orte mit einem intakten Vereinsleben sowie vielen kulturellen Veranstaltungen und traditionsreichen Festen – so beim „Funken“, beim Viehscheid oder den Berggottesdiensten. Viele Museen wie die Juppenwerkstatt, das Frauenmuseum, das Bergbauernmuseum oder die vielen Heimatmuseen bewahren mit Akribie das Erbe der Region.

 

Die kräuterreiche Nahrung auf den Bergwiesen sorgt für gesunde Tiere und beste Milch. Der schmackhafte Bergkäse entsteht direkt vor Ort auf den Sennalpen oder in den Dorfkäsereien – in traditioneller Arbeit. Bei einer Wanderung in den Bergen ist die Land- und Alpwirtschaft des Naturparks erlebbar – sie erzeugt die regionstypischen Qualitätsprodukte wie Käse, Milch, Butter und Joghurt, aber auch Schnäpse und Liköre oder Wurst, Speck und Honig, die von zahlreichen Direktvermarktern in den Dorfsennereien und Bauernhofläden angeboten werden.

Handwerk

 

Solide Handwerks- und Industriebetriebe in den Tälern des Naturparks sind Garant dafür, dass die Bewohner ihr Auskommen nahe der Heimat haben und anspruchsvolle und adäquate Beschäftigung finden. So bleibt die Wirtschaftskraft in der Region und lange Wege werden vermieden.

 

Nagelfluh

 

Nagelfluh – im Allgäu auch „Herrgottsbeton“ genannt – ist ein betonartig festes Gestein, das im Naturpark weit verbreitet ist. Es besteht aus größeren und kleineren rundlichen Geröllen („Flusskieseln“), die auf natürliche Weise verkittet worden sind und somit einen meist sehr festen Stein bilden.
Die Entstehung des Nagelfluhs begann vor etwa 30 Millionen Jahren, in der Tertiärzeit. Damals gab es bereits die Alpen, aber die hohen Berge lagen – im Vergleich zu heute – deutlich weiter im Süden. Im Alpenvorland breitete sich ein großes, dicht bewaldetes Tiefland aus, das sich vom Rand der Alpen bis über die Donau hinaus nach Norden erstreckte. Rasch fließende Alpenflüsse brachten Schlamm, Sand und rundgerollte Steine von Süden her aus den Bergen mit. Das gröbste Material blieb am Fuße der Berge liegen, wo nach und nach riesige nach Norden abfallende Kiesfächer entstanden. Mit der Zeit verkittete der im Grundwasser liegende Flusskies, bis er schließlich betonartig fest war.

(Quelle Naturpark Nagelfluhkette)

 

Energieversorgung

 

Wir beziehen unseren Strom von den Oberstaufner Weißachtal-Kraftwerken eG, natürlich aus dem Naturpark. In den Kraftwerken Krebs und Eibele wird sauberer Strom aus Wasserkraft produziert. Verglichen mit der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken erspart diese Art der Gewinnung unserer Umwelt damit jährlich 6.440 Tonnen CO².

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